Strahlentherapie
Strahlentherapie in der Tiermedizin
Strahlentherapie ist eine spezielle Therapieform zur Behandlung bestimmter Tumorerkrankungen und chronischer Gelenkerkrankungen.
Strahlentherapie ist eine spezielle Therapieform zur Behandlung bestimmter Tumorerkrankungen und chronischer Gelenkerkrankungen.
Die Strahlentherapie bei Hund und Katze ist eine etablierte Form der Tumorbehandlung in der Tiermedizin. In der veterinärmedizinischen Radiotherapie werden hochenergetische Strahlen eingesetzt, um Tumorzellen gezielt zu schädigen und ihr Wachstum zu kontrollieren. In Deutschland wird die Strahlentherapie für Tiere nur in fünf Einrichtungen angeboten. In Nordrhein-Westfalen sind wir die einzigen, die diese aufwendige und viel Fachkenntnis voraussetzende Therapie bei Tumoren bei Hund und Katze durchführen. Wir setzen dieses Verfahren seit dem Jahr 2000 ein und haben insbesondere bei der Therapie von Ameloblastomen (Tumoren der Zahnanlagen) sehr gute Heilungsraten.
Bei vielen Tumorarten der Körperoberfläche kann eine Bestrahlung sinnvoll sein, z.B. bei Fibrosarkomen bei Katzen oder Mastzelltumoren bei Hunden. Außerdem sind viele Tumoren der Maulhöhle strahlensensibel, z.B. Ameloblastome, Plattenepithelkarzinome oder orale Melanome. Die Anzahl der notwendigen Bestrahlungen richtet sich nach dem Therapieziel. Zwischen drei und zehn Terminen sind sinnvoll. Die genaue Zahl orientiert sich an jedem einzelnen Fall. Neben der Tumorbestrahlung ist die Behandlung chronisch kranker und schmerzhafter Gelenke ein weiteres Einsatzgebiet, insbesondere bei Kniegelenk- und Ellbogengelenkarthrose. In der Regel sind drei Kurzbestrahlungen sinnvoll. Nebenwirkungen haben wir bei dieser schonenden Therapieform bisher nicht beobachtet.
Vor Beginn der Bestrahlungstherapie bei Ihrem Tier erfolgen eine umfassende Diagnostik und eine individuelle Therapieplanung, um ein optimal abgestimmtes Behandlungskonzept für jeden Patienten zu erstellen.
Da wir nur Oberflächenbestrahlung (Haut und Unterhaut) durchführen, ist die Verträglichkeit ausgezeichnet. Die Bestrahlung wirkt lokal im betroffenen Bereich und wird so präzise wie möglich durchgeführt, um gesundes Gewebe zu schonen. Spätfolgen sind sehr selten, können aber als örtlich begrenzte Hautnekrosen (Gewebsuntergang) auftreten.
Die Strahlentherapie für Hunde und Katzen kann als alleinige Therapie oder in Kombination mit Operation und Chemotherapie eingesetzt werden – sowohl mit kurativem Ziel als auch palliativ zur Verbesserung der Lebensqualität. Tumore im Körperinneren (Leber, Lunge, Darm) oder im Lymphsystem (Lymphom) können wir allerdings nicht bestrahlen.
Die größten Erfolge haben wir mit der Therapie von Ameloblastomen. Weiterhin sehr gute Erfolge sehen wir bei der Strahlentherapie zur Linderung von Gelenkschmerzen, welche bei ca. 50 % der Patienten nach drei bis vier Wochen eintritt und bis zu einem Jahr hält. Die Tiere bewegen sich wieder mehr und freier und benötigen keine Schmerzmittel mehr.